Ein Haus mit Tradition seit 1863
Beliebtes Ausflugsziel mit bester Küche
In der Friedrichshöhe war auch schon Kaiser Wilhelm II. zu Gast
Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts entschloss man sich zum Bau der Land-straße von Unterkirnach durch den Schlegelwald und das Glasbachtal nach Vöhrenbach, denn für die Fuhrleute aus dem Raum Rottweil und Schwenningen genügte die alte Villinger Straße, die über Villingen -Friedengrund -Stadtwald -Neuhäusle -Vöhrenbach führte, nicht mehr. Gleich zu Beginn der zweijährigen Bauzeit wurde 1863 die Erstellung einer Gastwirt-schaft auf der sogenannten Leimgrubenhöhe ausgeschrieben. Sie sollte den hungrigen und durstigen Fuhrleuten Gelegenheit bieten zum Umspannen der Pferde und auch sich selbst mit Speis und Trank zu versorgen. Daraus entstand das traditionsreiche Gasthaus "Friedrichshöhe".
Das Grundstück gehörte zum benachbarten Tudisenhof; der seit 1775 bis heute von den Generationen Ruf bewirtschaftet wird. Verschiedene Interessenten bewarben sich mit einem Gesuch beim Großherzoglichen Bezirksamt in Villingen. Der damalige Bauer vom Tudisenhof, Paul Ruf,
bekam den Vorzug und im Sommer 1864 war Baubeginn. Nach kurzer Krankheit verstarb der ledige Paul Ruf überraschend. Daraufhin kam sein Bruder Joseph, der in Neukirch Uhrmacher gelernt hatte und seit einigen Jahren in London als Uhrenhändler tätig war, zurück und vollendete das Bauwerk.
Das Anwesen mit Wirtsstube, Küche, Nebenräumen und darunter liegendem großen Gewölbekeller wurde nach zwei-jähriger Bauzeit fertiggestellt. Im Ober-geschoss befanden sich die Zimmer für die Familie, Dienstboten und für Gäste sowie ein Tanzboden. Ebenso wurde
das Haus mit Ökonomie Stallungen und einer Scheune ausgestattet. Auf dem Dachfirst ist heute noch ein schmuckes Glockentürmchen mit einer Bronzeglocke und der Umschrift: "Mich goß Benjamin Grüninger in Villingen 1780." Joseph Ruf hatte diese Glocke vom alten Vöhrenbacher Glockengeläute erworben und befindet sich noch heute im Glockenturm des Hauses.
Joseph Ruf war es auch, der dem 963 Meter über dem Meer liegenden Gasthof den Namen "Friedrichshöhe" gab, zu Ehren des im Schlegelwald auf die Auerhahn-jagd ziehenden Großherzogs Friedrich von Baden. Bei Josef Ruf handelte es sich um den Urgroßvater des jetzigen Besitzers Josef Ruf, der Gasthof befindet sich also seit über hundertdreißig Jahren in Familien-besitz. Das Gasthaus beherbergte prominente Gäste. Alljährlich im Mai zur "Auerhahnbalz" kamen der Fürst zu Fürstenberg oder vom Fürstenhaus geladene Gäste zur Auerhahnjagd und übernachteten im Hause. Es war dann der Großvater des Besitzers, dem seine Majestät Kaiser Willhelm II. als Gast des Fürsten im Jahre 1908 anläßlich der Jagd auf Auerhähne die Ehre gab. Die wachsende Nachfrage von Gästen nach Fremdenzimmern und die Beliebtheit des Hauses ließen es ratsam erscheinen, die "Friedrichshöhe" zu einem Gasthaus mit Beherbergung umzugestalten, was von Artur und Auguste Ruf durch bauliche Maßnahmen begonnen wurde. Im Jahre 1968 wurde die Landwirtschaft ganz aufgegeben. Im Oktober 1969 haben Josef und Ursula Ruf den elterlichen Betrieb übernommen.
Im Laufe der Jahre wurde das Haus den steigenden Ansprüchen der Gäste angepaßt. Die gemütliche Schwarzwaldstube mit Kachelofen ziert eine große Burgunderwanduhr, mit dem Namen, Joseph Ruf, Friedrichshöhe". Unklar ist, ob der aus London zurückgekehrte Joseph Ruf die Uhr selbst gebaut oder erworben hatte. Dieses schöne und seltene Schmuckstück, eingebaut in einen Winkel der Gaststube, hängt und läuft seit 1864 ohne Reparatur. Im gesamten Haus wurde bei der Gestaltung der Räume viel mit Holz gearbeitet. Alle Gast-räume sind gemütlich eingerichtet und bieten das besondere Ambiente für sämtliche Festlichkeiten wie Familienfeiern, Hochzeiten oder sonstige Veran-staltungen. Den Gästen steht für Tagungen, Seminare, Arbeitsessen, Schulung und Ausstellung ein separater Konferenzraum mit technischer Einrichtung zur Verfügung.
Besonderen Wert legen die Wirtsleute auf einen familiären Aufenthalt in ihrem Hause. Immer wieder begegnet man der Kinderfreundlichkeit dieses Hauses, sei es beim Kindermenü oder den Malstiften.
Die im Lokal gereichten Schwarzwälder Spezialitäten sind aus heimischer Produktion, sie werden in der Räucherkammer nach altem Brauch geräuchert. Speck und Schinken wird ebenfalls in der Räucherkammer kalt geräuchert. Die frische Schwarzwaldforelle wird aus dem naheliegenden Schlegeltal bezogen. Der Gast erhält diese tratitionell als Forelle Müllerin oder frisch geräuchet. Neben gehobenen Gaumenfreuden aller Art bietet die Küche vor allem Wild aus heimischer Jagd, Fischgerichte, vegetarische Kost, kalte und warme Buffets. Beinahe unnötig zu sagen ist, dass alle Kuchen und Torten selbstgebacken sind. Und im Sommer wird auf der Terrasse serviert, wo an sonnigen Tagen die großen Bäume Schatten spenden.
Viele Wanderwege führen zu dem beliebten Ausflugziel. Ohne viel zu steigen hat man die Möglichkeit über die Höhen zu wandern. Obwohl die "Friedrichshöhe" 963 m hoch liegt, ist sie gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Ruhige Wege führen durch den Wald, sowohl von Villingen aus wie auch von Schönwald. Und wenn "Frau Holle" ein Einsehen hat, so können sich die Langläufer auf mehreren gespurten Loipen unterschiedlicher Länge, direkt beim Gasthaus beginnend, sportlich betätigen.
Falls die Einkehr und das Verweilen am warmen Kachelofen etwas zu lange ausgedehnt wird, so werden die müden Wanderer vom Wirt persönlich nach Hause gebracht.
Verfasser
Renate Puchinger